Besuch bei den Achuar - Galapagos Center
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Besuch bei den Achuar

Pastaza river - achuarlodge

Besuch bei den Achuar

Schon lange hege ich den Traum in ein unberührtes Regenwaldgebiet vorzudringen. In der heutigen Welt in der wir leben ist dies jedoch nicht sehr einfach. Die Straßen die Städte verbinden dringen bis fast überall vor. Mir wird erzählt das sich das Reservat der Achuar tief im Ecuadorianischen Amazonasgebiet befindet und die Menschen dort noch einen sehr ursprünglichen Lebensstiel verfolgen. Bis in die 1970er Jahre hatten die Achuar keinen Kontakt mit der „zivilisierten Welt“.

 

An einem kalten Morgen in Quito der Hauptstadt Ecuadors, breche ich also auf um mich auf den Weg in das Amazonastiefland zu machen. Auf der Fahrt ins Oriente, wie das östlich gelegene Tiefland in Ecuador heißt, geht es entlang der berühmten Straße der Vulkane Richtung Ambato, der Provinzhauptstadt Tungurahua.

 

Von dort aus verlasse ich das Hochland und fahre durch grüne Täler vorbei an unzähligen Wasserfällen immer weiter hinunter, bis ich im schwülwarmen Shell ankomme. Der Name muss wohl von dem Mineralölkonzern kommen die sicherlich hier im Erdölreichen Amazonasgebiet ihr Unwesen getrieben haben. Der Ort scheint aus hauptsächlich einem Flughafen zu bestehen, der sich die komplette Hauptstraße entlangzieht. Etliche kleine Fluggesellschaften bieten ihren Service für Flüge in die verschiedenen Regenwaldregionen an. Kleine Passagierflugzeuge, Fracht und Militärmaschinen starten hier. Das Flugzeug ist neben dem Kanu das wichtigste Transportmittel in dieser unzugänglichen Region.

 

Eine kleine Cessna wird mich in 50 Minuten in die Sharamentsa Dorfgemeinschaft der Achuar bringen. Der freundliche Pilot hat Latino Musik auf den Ohren und erzählt, dass der Anflug auf Sharamensha besonders schön ist, da man über den Fluss Pastatza hineinkommt und landet.

Mir bietet sich ein unbeschreiblich schöner Ausblick auf diesen schier unendlich wirkenden Regenwald. Verschiedenen Bäumen stechen mit ihrer lila, gelb und rosafarbenen blühten Pracht aus dem grün hervor. Zuerst fliegen wir noch entlang des rio Pastaza, welcher später in den Amazonas mündet, verlassen diesen dennoch bald, überqueren eine kleine Bergkette, hinter der sich dann keinerlei Straßen mehr befinden. Dank der guten Sicht an diesem Tag Ich sehe nur noch grün bis zum Horizont. Wir durchfliegen nur einzelne Dunstwolken, die uns sanft durchschütteln.

Kleine Flüsse bahnen sich ihren Weg durch den Wald. Ich beginne mich zu fragen, wie man sich hier wohl zu orientieren vermag.

 

Wir erreichen wieder den Fluss Pastaza der zum Teil große Schleifen zieht und Moor ähnliche Landschaften erschafft. Der Fluss leitet uns zum Dorf Sharamensha. Das Flugzeug setzt sanft auf der Landepiste auf.

Mir fallen sofort die typischen Häuser, auf die neben der Piste angesiedelt sind.

Eine Schar neugieriger Kindern umringt sofort das Flugzeug als es zum Stehen kommt, die Kinder scheinen den Piloten schon zu kennen und geben ihm einen Zweig mit kleinen Früchten.

Nach einer Erfrischung im Restaurant der Lodge, besichtige ich die Lodge und bringen mein Gepäck in mein Zimmer.

Die Achuar Lodge ist aufgeteilt in zwei große Häuser die etwa 500 Meter entfernt aufgebaut sind und im typischen Stil erbaut sind.

Das erste befindet sich etwa 500 Meter entfernt von Restaurant welches wiederum direkt an der Landebahn und am Fluss Pastaza liegt.

Auf einer Lichtung sehe ich das erste Haus, wo sich mein Zimmer befindet.

Es gibt vier Zimmer, die Wände sind aus Holz gebaut und die Räume sind nach oben offen und mit einem Netz bedeckt, damit keine Insekten eindringen können.

Ein sehr schönes Konzept da man so ein offeneres Raumgefühl hat und das schön geflochtene Palmdach sehen kann.

Abgetrennt von den Zimmern befinden sich WCs und Duschen.

Nach einem kurzen Snack mit vorzüglichen Kartoffelchips einer besonderen Art, die hier wächst, stellt sich die Achuar Dorfgemeinschaft im Haupthaus von Sharamentsa vor.

Die Frauen reichen den Männern Chicha. Ich darf natürlich kosten, wird aber nicht verlangt wie bei andern indigenen Völkern.

Anschließend begebe ich mich mit einem Achuar Führer auf eine Wanderung durch den dichten Wald zu einem gigantischen Ceibo- Baum.

Wir kommen vorbei an den Gärten des Dorfes, wo alles angebaut wird, was im Alltag benötigt wird und gehen dann immer tiefer in den Wald.

Marco der Führer schlägt uns den Weg mit einer Machete frei und erklärt die verschiedenen Pflanzen und ihre Verwendung. Mit verschiedenen Pfeif- und Ruflauten versucht er Tiere anzulocken. Als wir einen strengen Geruch wahrnehmen, erklärt Marco das ein Waldschwein in der Nähe ist, und wäre er jetzt zum Jagen unterwegs, eine sichere Beute.

Wir wandern durch den dichten Wald, überqueren kleine Flussläufe und erklimmen kleinere Hügel. Aber in keinem Moment haben wir eine Aussicht und ich persönlich könnte mich hier nicht orientieren.

Als wir ein Moor überqueren müssen, versinken wir beinahe und müssen mit Ästen und kleineren Baumstämmen eine Brücke improvisieren.

Beim großen Ceibo – Baum angekommen, rasten wir kurz und genießen die Geräusche des Waldes.

Es dämmert schon ein wenig und ich denke darüber nach, ob wir noch bei Tageslicht zurück zur Lodge gelangen.

Marco beruhigt mich und meint das am Fluss das Solarkanu auf uns wartet.

Mit dem leisen Kanu kommen wir dann zur Abenddämmerung in der Lodge an.

Am nächsten Tag erkunden wir die Umgebung mit dem Solarkanu. Am Flussufer ragen große Bäume empor und die verschiedensten Vögel verstecken sich im letzten Moment als sie uns Bemerken.

Da es die vergangenen Tage nicht viel geregnet hat und der Fluss wenig Wasser führt, erklärt man mir das sich die rosa Flussdelfine weiter oben in tieferen Wasser aufhalten.

Um Tiere zu entdecken ist selbstverständlich Geduld und Zeit erforderlich.

 

Die Achuar erzählen mir von ihren Vorfahren und wie die Gemeinschaften früher als Nomaden lebten und oft in Konflikte verwickelt waren. Der Schamane ist eine sehr wichtige Person der Familien, da dieser nicht nur der Medizinmann, sondern auch Hüter der Kultur ist.

Leider ist mein Besuch diesmal nur kurz und ich werde schon am frühen Nachmittag von einem kleinen zweimotorigen Flugzeug abgeholt. Nach einem Zwischenstopp in einer anderen Dorfgemeinschaft um Spenden für die Kinder zu hinterlassen komm ich in Shell an und die Zivilisation hat mich wieder.



Wir Lieben Was Wir Tun!

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